Landschaft, Tierwelt & Klima Äthiopiens

Äthiopien gilt nicht nur aufgrund seiner 100 verschiedenen Ethnien als Land der Vielseitigkeit. Auch seine Landschaften sind unglaublich abwechslungsreich. Sie reichen von immergrünen Regenwälder über alpine Bergregionen und fruchtbare Feldlandschaften bis hin zu weiten Steppen und Vulkangebirgen. Daraus ergibt sich Lebensraum für ganz unterschiedliche Tiere. Neben Nilpferden, Dromedaren und Löwen gibt es einzigartige Affen- und Steinbockarten, eine wunderbare Vogelwelt und vieles mehr. Äthiopiens Klima ist gemäßigt. Das angenehme, europäisch milde Klima macht das Reisen unbeschwert.

Landschaft

Das Land am Horn von Afrika ist der zehntgrößte Staat Afrikas. Mit einer Fläche von 1,1 Mio. Quadratkilometern ist Äthiopien ungefähr dreimal so groß wie Deutschland.

Äthiopien besitzt eine der höchsten Biodiversitäten der Welt in vielfältigen Landschaftsräumen und Klimazonen. Es ist das höchstgelegenste Land Afrikas und wird zu einem Großteil vom „Hochland von Abessinien“ eingenommen, das auf 2.700 bis 4.500 m Höhe liegt. Dadurch herrscht im Großteil des Landes angenehm mildes Klima.

Die Tafelberge bestehen aus vulkanischem Gestein, wodurch sich bizarre Felsformationen gebildet haben, die sogenannten „Ambas“. Mehrere Felsmassive sind über 4.000 m hoch.

Im Westen liegt der höchste Berg des Landes „Ras Daschan“ mit 4.545 m. Er befindet sich im Simiengebirge, das als UNESCO Weltnaturerbe und Nationalpark anerkannt ist. Flora und Fauna sowie die einmaligen Felsformationen sind geschützt. Das Simiengebirge sowie einige weitere Berglandschaften eignen sich hervorragend für Trekkingtouren, auf denen man beeindruckende Landschaften bestaunen kann. Blutbrustpaviane und Lammergeier begleiten den Weg.

Der Ostafrikanische Grabenbruch trennt das Land in einen nordwestlichen und einen südöstlichen Teil. Im Nordosten des Bruchs liegt die Afarsenke, die Sage und Schreibe bis zu 120 m unter dem Meeresspiegel liegt. Die Bruchzone des Grabens ist vulkanisch aktiv. In ihr liegen mehrere Vulkanseen, wie der „Shala“ oder der Badesee „Langano“. Der größte See des Landes, der „Tanasee“, liegt jedoch im Nordwesten auf dem Hochland. Die am See gelegene Stadt Bahir Dar wird mit ihren palmengesäumten Promenaden als die „Riviera Äthiopiens“ bezeichnet. Sie lädt zu entspannten Abendspaziergängen am Seeufer ein, im Kontrast zu anderen hektischeren Städten.

Das äthiopische Hochland wird von mehreren Flüssen durchzogen, darunter der Blaue Nil, einer der beiden Hauptstränge des Nils. Nahe der Stadt Bahir Dar lassen sich die Wasserfälle des Blauen Nils, auch „Tis Abay“ genannt, bewundern. Während der Regenzeit sind sie sind die zweitgrößten Wasserfälle Afrikas. Aufgrund zweier Kraftwerke erhalten sie in der Trockenzeit mittlerweile deutlich weniger Wasser. Dennoch ist die saftig grüne landschaftliche Umgebung einen Besuch wert.

Äthiopien Reisen - Walia Steinbock
Reise nach Äthiopien - Semiengebirge

Das Hochland, in dem vier Fünftel der Bevölkerung leben, besteht zum größten Teil aus Grasland. Es bietet aufgrund des Klimas und seiner Bodenbeschaffenheit Anbaumöglichkeiten von Nutzpflanzen für tropische, subtropische und gemäßigte Gebiete. Kaffee wird am häufigsten angebaut. Außerdem Khat, ein leichtes Rauschmittel, dessen Wirkung mit Koffein vergleichbar ist. Der Kaffeeanbau hat lange Tradition. Die äthiopische Region Kaffa ist der Ursprung des Kaffeeanbaus (der Name Kaffee entstand in Anlehnung an den Namen der Region). Von hier stammt der weltweit beliebte Arabica-Kaffee. Während einer Reise durch das Land bieten sich viele Möglichkeiten, mehr über den Kaffeeanbau und seine Verarbeitung zu erfahren.

Etwas ganz Besonderes sind die traditionellen Kaffeezeremonien der Äthiopier. Dabei werden grüne Kaffeebohnen zunächst geröstet, dann gemahlen und aufgebrüht. Es gibt drei „Runden“, in denen sich das hervorragende, frische Gebräu genießen lässt. Die Zeremonie wird begleitet von Weihrauchduft und manchmal einem kleinen Snack wie Brot oder Popcorn.

Die tiefer gelegenen Gebiete des Landes mit spärlicher Vegetation eignen sich allenfalls für Viehzucht. Besonders im Westen und Südwesten ist das Land wenig besiedelt und wird vor allem von nichtsesshaften Ackerbauern bewohnt.

Die äthiopischen Naturräume und die Artenvielfalt sind gefährdet durch fortschreitende intensive Flächennutzung für Weidewirtschaft sowie den Bau von Siedlungen. Bisher werden mehrere Flächen durch insgesamt 15 Nationalparks geschützt. Die Gebiete Kafa, Yayu, Sheka und Tanasee sind als UNESCO Biosphärenreservate anerkannt. Als UNESCO Welterbestätten gelten außerdem die Täler an den Unterläufen der Flüsse Awash und Omo, beides Lagerstätten für Fossilien und versteinerte Knochen.

Lesen Sie hier mehr zu den UNESCO Biosphärenreservaten.

Tierwelt

Äthiopien Reise - Zebras

Aufgrund seiner Vielfalt bietet Äthiopien Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Dort leben Giraffe, Löwe, Leopard, Elefant, Rhinozeros, Krokodil, Nilpferd, Schakal, Luchs, Hyäne und verschiedene Affen- und Vogelarten, unter ihnen der nur in Äthiopien vorzufindende Lämmergeier. Einige von ihnen sind jedoch aufgrund der wenig ausgebauten Infrastruktur des Landes nur schwer zu erreichen. Außergewöhnlich für ein afrikanisches Land sind außerdem Antilope, Bergziege, wilde Hunde und besondere Affen- und Hyänenarten, die im Hochland leben. Während einer Äthiopien Reise kann es vorkommen, dass eine Gruppe Affen auf der Straße sitzt und man zunächst einmal anhalten muss. Hat die Affengruppe sich gemütlich an den Straßenrand bewegt, kann man weiterfahren und hat einmalige Fotos geschossen.

Klima

Da ein Großteil Äthiopiens Hochland ist, herrscht dort gemäßigtes, europäisch mildes Klima und es ist eher kühl. In den Tiefebenen ist es warm bis heiß. In Äthiopien lassen sich drei Klimazonen abhängig von der Höhe unterscheiden: In der tropisch-heißen Zone bis 1.800 m Höhe ist es durchschnittlich 27° Grad warm, die jährliche Regenmenge beträgt unter 500 mm Niederschlag pro Quadratmeter. In den warm-gemäßigten Gebieten von 1.800 bis 2.500 m, dem größten Teil des Landes, herrschen im Jahresdurchschnitt 22° Grad und es fällt 500 bis 1.500 mm Niederschlag. Die kühle Zone beginnt bei 2.500 m mit durchschnittlich 16° Grad und 1.800 mm jährlichem Niederschlag. Somit bietet Äthiopien mehrere Extreme: Auf dem Ras Daschan werden häufig Minusgrade gemessen, wobei es in der Afarsenke bis zu 60° Grad heiß werden kann. Sie ist die tiefste und heißeste Stelle Afrikas.

Die Regenzeit in Äthiopien geht von Juni bis September. In einigen Regionen regnet es in dieser Zeit häufig, in anderen gibt es jedoch nur einen sporadischen Regenschauer am Tag und danach scheint sofort wieder die Sonne. Viele Gebiete lassen sich auch in dieser Zeit gut bereisen. Das Land ist dann üppig grün und alles blüht. Die Trockenzeit von September bis Mai ist jedoch Hauptreisezeit; alle Teile des Landes lassen sich gut bereisen.

Äthiopien Reise - Tanasee