Menschen & traditionen äthiopiens

Ethnien

Äthiopien Reisen - Hamer Frau
Äthiopienreise - Mädchen

Brauchtümer werden noch praktiziert, obwohl die äußeren Einflüsse besonders seit 1990 durch Handelsliberalisierung, Medien und Tourismus größer wurden. Es gibt ein starkes Traditionsbewusstsein innerhalb aller ethnischen Gruppen, so werden Lieder und Tänze von Generation zu Generation weitergegeben.

Viele junge Äthiopier ziehen heutzutage vom Land in die modernen Städte, um dort zu studieren. Diese Generation unterscheidet sich stark von der ihrer Eltern. Sie ist gebildet und über den Rest der Welt bestens informiert. So kann man bei einem Besuch des Landes den spannenden Umbruch zwischen Tradition und Moderne spüren.

Hinzu kommt die unendliche Ruhe der Äthiopier, ihre große Solidarität untereinander sowie Lebensfreude und Neugier, die einem beim Besuch des Landes entgegenkommen.

Äthiopiens Kultur ist einzigartig und die Menschen Äthiopiens könnten unterschiedlicher nicht sein. Die 95 Millionen Einwohner des Vielvölkerstaats unterteilen sich in 100 verschiedene Ethnien, wobei die Völker der Oromos mit 34 % und der Amharas mit 29 % den größten Anteil der Bevölkerung stellen. Die restlichen Anteile splittern sich auf in viele kleine ethnische Gruppen. Jede von ihnen hat ihre eigenen Traditionen und Brauchtümer, Tanzstile, Versorgungsgrundlagen und Essgewohnheiten. Der Großteil der Äthiopier lebt als Kleinbauern auf dem Land und versorgt sich mit einigen Ziegen und Kühen sowie etwas Feldanbau selbst.

Besonders im Süden des Landes leben einige urtümliche Volksstämme noch sehr abgeschieden von ihrer Außenwelt. Da Äthiopien nie Kolonie und dadurch nur wenigen fremden Einflüssen ausgesetzt war, sind bis heute viele ihrer Strömungen und Bräuche erhalten geblieben. So zum Beispiel bei den Hamer, die ihr Haar mit Lehm färben und mit Perlen schmücken. Oder bei den Mursi, deren Frauen für ihre Lippenteller bekannt sind. Ziegen sind ihr wichtigstes Gut und werden sogar als Brautpreis gehandelt.

Äthiopien Reisen - Mönch in Lalibela

Musik und Kunst

Äthiopienreise - Traditioneller Tanzclub

Die traditionelle äthiopische Musik unterscheidet sich von allen anderen afrikanischen Ländern. Ähnlich der europäischen Minnesänger werden durch poetische Balladen Geschichten erzählt oder aktuelle Geschehnisse kommentiert. Die Gesänge werden durch Flöten oder Leiern begleitet. Ab den 50er Jahren entwickelte sich besonders in Addis Ababa moderne Popmusik, in der traditionelle und westliche Klänge miteinander vereint werden.

Der Bereich des Kunsthandwerks ist so vielseitig wie die Verschiedenheit der Völker selbst. So werden biblische Figuren, Wasserkrüge und kunstvoll bemalte Teller aus Ton hergestellt, aus Holz werden Statuen und Stühle gefertigt, in Schmieden werden Halsketten, Messer und Speerspitzen geformt, Frauen spinnen Schafwolle und wickeln sie zu Wollknäueln auf, die von den Männern zu kunstvoll bestickter Kleidung weiterverarbeitet wird. Moderne Maler vereinen traditionelle Kunst mit eigenen Interpretationen.

Religion und Sprache

Religion

In Musik, Kunst, Literatur und Alltag spielt die Religion immer eine große Rolle. Der Großteil der Äthiopier ist tiefgläubig. Das Christentum (hauptsächlich Äthiopisch-Orthodox) und der Islam sind mit rund 63 % und 34 % die beiden größten Religionen, dazu kommen verschiedene Naturreligionen. Besonders das Christentum spielt in Äthiopien eine große Rolle. Seit seiner Einführung im 4. Jhd. ist es fast unverändert bestehen geblieben und somit für Christen weltweit eine Veranschaulichung der frühchristlichen Traditionen und Lebensweisen.

Sprache

Die offizielle Amtssprache ist Amharisch und wird von 80 % der Bevölkerung gesprochen, 35 % sprechen Oromo. Abhängig von Region und ethnischer Zugehörigkeit werden bis zu 90 Sprachen angewandt. In den Schulen wird Englisch unterrichtet, sodass die Verständigung auf Reisen meist unproblematisch ist. Der Zugang zu Bildung hat sich seit Ende der Militärdiktatur in 1991 verbessert.

Äthiopien Reisen - Axum Gemälde

UNESCO Welterbe

Urlaub in Äthiopien - Gondar Burganlagen

Einige kulturelle Elemente und Bauwerke Äthiopiens sind als UNESCO Welterbestätten anerkannt. Dies sind die in Stein gehauenen Felsenkirchen von Lalibela im Norden des Landes, die Stadt Axum, in der die Tafeln mit den Zehn Geboten des Christentums aufbewahrt sein sollen, Gondars Paläste nördlich des Tana-Sees aus dem 16. und 17. Jhd., die weiße Stadt Harar als islamisches Zentrum Äthiopiens, die Grabstätten von Tiya südlich von Addis Ababa sowie die Kulturlandschaft der Konso, in der die außergewöhnliche Interaktion zwischen Mensch und Natur gewürdigt wird. Mehr Informationen gibt es auf den Seiten der UNESCO.